F-Junioren sollen weiterhin mit Referees und um Tabellenplätze spielen

Vereinstenor: Schiedsrichter auch bei jüngsten Kickern der fairste Schlichter

"Fan-Zone" für Zuschauer soll künftig ein Einwirken von außen verhindern

Vom Verbandsjugendausschuss des Bayerischen Fußballverbandes wurden Schwaben und Niederbayern ausersehen, ein Pilotprojekt durchzuführen. Es geht dabei um die "Fair-Play-Liga". Dies bedeutet, bei den F-Junioren wird dann ohne Punkte, Tabelle und Schiedsrichter gespielt. Die Zuschauer, sprich Eltern und Fans, verfolgen das Spiel in der Fan-Zone mit einem Abstand von rund 16 Metern vom Spielfeld entfernt.
Dieses neue Spielmodell bei den F-Junioren-Spielgruppen Straubing-Bogen hat Kreisjugendleiter Helmut Hafner vor kurzem bei den Arbeitstagungen in Degernbach mit den verantwortlichen Vereinsvertretern eingehen besprochen und diskutiert.
Warum dieses neue Spielmodell eingeführt werden soll, ist allen Verantwortlichen in den Vereinen bekannt. Es kommt immer wieder vor, dass Zuschauer, sprich Eltern und Betreuer, bei diesen Spielen immer häufiger in wenig vorbildhafter Manier von außen auf das Spielgeschehen Einfluss nehmen. Der Grundgedanke hinter der "Fair-Play-Liga" ist auch, dass eine Leistungsorientierung bei den ganz Kleinen keinen Sinn macht und die Erringung einer Meisterschaft nicht im Vordergrund stehen sollte. Die Kinder sollen einfach Spaß am Fußball haben.
Vor Beginn der Diskussionsrunde stellte Kreisjugendleiter Helmut Hafner den F-Junioren-Betreuern und- Trainern das neue Pilotprojekt vor (Ablauforganisation, Spielfeldaufbau, Treffen zum Einlaufen in der Fan-Zone, Spieler und die beiden Trainer laufen zur Platzmitte, Eltern und Fans bleiben in der Fan-Zone, Begrüßung durch die Trainer in der Platzmitte, Mannschaftsritual und Spielbeginn, Schiedsrichter-Regel (die Kinder entscheiden selbst, es wird ohne Schiedsrichter gespielt), Trainer-Regel (die Trainer begleiten das Spiel aus der Coachingzone und tätigen dort die Auswechslungen und stimmen sich ab, falls sie ins Spiel eingreifen müssen), Fan-Regel (die Fans/Eltern halten sich in einem angemessenen Abstand zum Spielfeld auf - anfeuern ja, steuern nein)).
Die mittelfristigen Ziele der Fair-Play-Liga sind: Eigenverantwortung bereits in jungen Fußballerjahren fördern, Fair Play aktiv erleben. Kinder, so das Ziel, profitieren nachhaltig von ihren eigenen Erfahrungen und begegnen später Gegenspielern und Schiedsrichtern mit mehr Respekt. Früh und nachhaltig entwickelt sich soziale Kompetenz. Kinder sollen ihren Fair-Play-Gedanken zudem auf die Zuschauer übertragen.
Eine sofortige Entscheidung konnte bei der Diskussionsrunde nicht herbeigeführt werden, die Vereinsvertreter wollten das Thema noch in ihren Vereinen besprechen. Zwischenzeitlich haben alle 30 Vereine, die mit 40 F-Juniorenmannschaften am Verbandsspielbetrieb 2012/2013 teilnehmen, eine ausführliche Stellungnahme zu diesem neuen Spielmodell bei Kreisjugendleiter Helmut Hafner abgegeben.

Für den Erhalt der Tabelle

Im Sinne des fairen sportlichen Vergleiches sind die Vereine im Fußballkreis Straubing-Bogen weiterhin für den Erhalt der Tabelle. Die Spiele sollen auch weiterhin von einem Schiedsrichter geleitet werden. Die Kinder, so das Argument der Vereine, seien in vermutlich nicht wenigen Spielsituationen überfordert, selbst Entscheidungen über den Spielfortgang zu treffen. Fraglich ist auch, ob sich die beiden Trainer oder Betreuer bei einem Foulspiel, Tor, Spielfortsetzung, Ende der Spielzeit usw. immer einigen können. Die fairste Lösung bleibe nach wie vor der unparteiische Schiedsrichter, außerdem bleibt der Spielfluss erhalten und es kommt nicht zu unnötigen Verzögerungen der Spielzeit von 40 Minuten.
Umgesetzt soll nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aber, dass die Zuschauer künftig vom unmittelbaren Spielfeldrand fern bleiben (rund 16 Meter). Damit sei das größte Konfliktpotenzial beseitigt. Die Kinder können in Ruhe Fußball spielen, hören nur die Anweisungen des Trainers und der Schiedsrichter hätte es sicher auch leichter.
Beim Spielfeldaufbau (Kleinfeld F-Junioren) gibt es keine Veränderungen, nur die Fan-Zone ist mit Markierungstellern zu kennzeichnen.
Alle Vereine haben sich in ihren Stellungnahmen bereit erklärt, die Mehrheitsentscheidung zu akzeptieren und die Verbandsspiele in der kommenden Saison 2012/2013 demnach auch auszutragen.
Ab der Verbandsrunde 2012/2013 wird bei den F-Junioren-Spielgruppen Straubing-Bogen somit weiterhin nach dem bisherigen Spielmodell mit Tabelle und Schiedsrichter gespielt, aber mit einer markierten Fan-Zone (ca. 16 Meter), in der die Zuschauer das Spiel verfolgen können. Kreisjugendleiter Helmut Hafner erwartet von allen Vereinen, vor allem aber von dem Zuschauern, dass die Vorgabe der Fan-Zone auch eingehalten wird und so die Spiele sportlich fair ausgetragen werden können.

Quelle: Straubinger Tagblatt vom 28. August 2012